Brockhaus stirbt auf dem Papier - und lebt im Netz weiter
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- Kategorie: Neue Medien
- Erstellt am Dienstag, 12. Februar 2008 15:18
Wer Wissen sucht, stöbert längst nicht mehr in einer Bibliothek und genießt den Duft von muffigen Buchpapier. Das hat offenbar auch der Hersteller einer der traditionsreichsten deutschsprachigen Enzyklopädien erkannt: Der Brockhaus-Verlag rechnet für das vergangene Geschäftsjahr mit Millionenverlusten im klassischen Nachschlagewerk-Geschäft. Deshalb war die aktuelle Ausgabe der Brockhaus-Enzyklopädie "voraussichtlich die letzte", sagte ein Verlagssprecher dem "Handelsblatt".
Der Verlag will sich selbst nun mit einer regelrechten Web-Offensive retten: "Die Marktanalysen zeigen eindeutig, dass die Kunden künftig Sachinformationen in erster Linie online nachschlagen werden", heißt es in einer Pressemitteilung.
Deshalb wurde bereits im vergangenen Jahr die Brockhaus-Redaktion in Leipzig in eine reine Online-Redaktion umgewandelt. Größtes Kapital des Wissensanbieters wird dabei wohl sein guter Name: "Brockhaus online liefert relevante und geprüfte Informationen aus allen Wissensgebieten", verspricht die Redaktion und gestattet sich weitere Seitenhiebe in Richtung kostenloser Mitmach-Lexika wie Wikipedia: "Der aktuelle Schritt zum werbefinanzierten Modell ermöglicht es allen Menschen, am relevanten, nicht manipulierbaren Brockhaus-Wissen teilzuhaben." Für Herbst 2008 sei ein werbefreies und kostenloses Online-Angebot für Schulen geplant, "damit auch die Schüler und Lehrer im Unterricht auf sichere Informationen zurückgreifen können".
Quelle: spiegel online.


