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Brockhaus stirbt auf dem Papier - und lebt im Netz weiter

Wer Wissen sucht, stöbert längst nicht mehr in einer Bibliothek und genießt den Duft von muffigen Buchpapier. Das hat offenbar auch der Hersteller einer der  traditionsreichsten deutschsprachigen Enzyklopädien erkannt: Der Brockhaus-Verlag rechnet für das vergangene Geschäftsjahr mit Millionenverlusten im klassischen Nachschlagewerk-Geschäft. Deshalb war die aktuelle Ausgabe der Brockhaus-Enzyklopädie "voraussichtlich die letzte", sagte ein Verlagssprecher dem "Handelsblatt".

Der Verlag will sich selbst nun mit einer regelrechten Web-Offensive retten: "Die Marktanalysen zeigen eindeutig, dass die Kunden künftig Sachinformationen in erster Linie online nachschlagen werden", heißt es in einer Pressemitteilung.

Deshalb wurde bereits im vergangenen Jahr die Brockhaus-Redaktion in Leipzig in eine reine Online-Redaktion umgewandelt. Größtes Kapital des Wissensanbieters wird dabei wohl sein guter Name: "Brockhaus online liefert relevante und geprüfte Informationen aus allen Wissensgebieten", verspricht die Redaktion und gestattet sich weitere Seitenhiebe in Richtung kostenloser Mitmach-Lexika wie Wikipedia: "Der aktuelle Schritt zum werbefinanzierten Modell ermöglicht es allen Menschen, am relevanten, nicht manipulierbaren Brockhaus-Wissen teilzuhaben." Für Herbst 2008 sei ein werbefreies und kostenloses Online-Angebot für Schulen geplant, "damit auch die Schüler und Lehrer im Unterricht auf sichere Informationen zurückgreifen können".

Quelle: spiegel online