Die Zeitung, die aufhört, Zeitung zu sein
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- Kategorie: Neue Medien
- Erstellt am Mittwoch, 13. Februar 2008 12:42
Die "Capitol Times" ist eine dieser zahlreichen kleinen regionalen Zeitungen mit einer großen Geschichte: 91 Jahre lang bediente sie ihre Leser in Madison, Wisconsin, und den umliegenden Gemeinden. Zuletzt sechsmal pro Woche, in einer Auflage von nicht ganz 20.000 Exemplaren. Jetzt mutiert das Blatt zum aktuellen Webdienst, der sich nur noch einmal pro Woche die Verteilung eines werbefinanzierten, kostenlos verteilten Blättchens leistet. Am 25. April soll Schluss sein mit der Zeitung und mit einer aufgefrischten Webseite der neuanfang gewagt werden.
"The Capital Times" sei vermutlich die erste größere Zeitung in den USA, die sich vom Print verabschiede, sagte Joe Strupp vom Branchenblatt "Editor & Publisher". "Eine Überraschung ist das nicht, da das Web für Zeitungen immer wichtiger wird", sagte Strupp. "Das heißt aber natürlich nicht, dass es in den nächsten fünf bis zehn Jahren nur noch Online-Zeitungen geben wird."
Doch nicht nur in den USA geht der Trend hin zum Online-Publishing: Während die Print-Umsätze stagnieren oder schrumpfen, wachsen die Online-Umsätze kräftig. "Editor und Publisher" leistet sich schon seit 1995 eine populäre Kolumne, die sinnfällig "Stop the Presses!" heißt - "Haltet die Druckmaschinen an".
Genau das hat die "Capitol Times" nun getan. Chefredakteur Dave Zweifel spricht von einer "traurigen Nachricht". Aber es sei notwendig gewesen, um die Zeitung angesichts sinkender Auflagen als Marke am Leben zu erhalten. Auslöser seien die schlechten Verkaufszahlen im Sommer 2007 gewesen.
Seit 1948 kooperiert die "Capital Times" mit der Morgenzeitung "Wisconsin State Journal": Dem Partnerblatt wird das wöchentliche Anzeigenblatt mit dem Traditions-Zeitungstitel künftig als Beileger Zusammen beschäftigten beide Zeitungen bislang rund 600 Mitarbeiter. Bei der "Capital Times" werden es künftig rund 40 weniger sein.
Quelle: spiegel online


