Buchtip: Sick of Sick?
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- Kategorie: Allgemein
- Erstellt am Mittwoch, 30. April 2008 20:02
Meinungers Buch zeichnet sich dabei durch Präzision und Tiefgang aus. Im Gegensatz zu Sick zitiert er oft auch andere Quellen als den Duden, er bemüht sogar Goethe und Mann, um Sicks Pedanterie als sinnlos zu entlarven. Seine Sprache ist so leicht und vergnügt wie die von Sick, allerdings ist seine linguistische Präzision wahrscheinlich für Nicht-Linguisten manchmal anspruchsvoll. Ein Kassenschlager wird dieses Buch wohl leider nicht.
Im Vorwort führt Meinunger die Begriffe Phonetik, Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik und Pragmatik ein. Der Rest des Buches hält sich im Aufbau dann auch an diese Themen. Nur schade, dass Meinunger den Leser jeweils nicht wissen lässt, in welcher Disziplin er sich im Moment befindet.
Ein besonderes Interesse Sicks gilt - neben dem Genitiv - den Anglizismen. Meinunger geht in mehreren Kapiteln intensiv auf dieses Thema ein. Er entlarvt dabei nicht nur Sicks Definition des Begriffs Anglizismus als falsch, er packt auch Themen wie die Syntax an und bleibt nicht, wie oft üblich, beim Vokabular hängen.
Ich sehe "Sick of Sick" als eine hervorragende Einführung in die Denkweise der modernen Linguistik (Sick würde nun kritisieren: es ist nicht die Linguistik, die denkt, sondern es sind die Linguisten, auch diesem Thema widmet Meinunger ein Kapitel). Wenn sich Freunde und Bekannte bei mir über den Sprachzerfall beklagen, so pflege ich sie zu fragen, ob sie gerne wie Walther von der Vogelweide reden würden. Ohne Sprachwandel würden sie nämlich genau das tun. In Zukunft werde ich wohl dazu auch noch Meinungers Buch als Lektüre anbieten.
Prädikat: lesenswert.


